In diesem Projekt sollen die zahlreichen Briefe frühneuzeitlicher Ärzte aus dem deutschsprachigen Raum erschlossen werden, die in vielen deutschen und ausländischen Bibliotheken und Archiven überliefert, bislang aber nur bruchstückhaft erfasst, geschweige denn systematisch untersucht wurden. Für eine Zeit, in der es noch keine Fachzeitschriften gab, sind diese Briefe von hohem medizin- und wissenschaftshistorischen Interesse. Sie spiegeln die Kommunikation und Rezeption neuer Theorien und Entdeckungen. Sie bergen aber zugleich auch vielfältige Aufschlüsse über die geistige und religiöse Welt, den beruflichen Alltag und die sonstigen privaten Verhältnisse der gebildeten Schichten jener Zeit insgesamt. Die Briefe sollen der internationalen Forschung über Regesten und, wo möglich, auch als digitale Reproduktionen der Originale mit Hilfe einer über das Internet zugänglichen Datenbank verfügbar gemacht werden.
Die neueste
Monographie von Prof. Dr. Dr. Michael
Stolberg, "Die Harnschau. Eine Kultur- und Alltagsgeschichte", ist
kürzlich bei Böhlau (Köln/Weimar/Wien) erschienen (http://www.boehlau.de/978-3-412-20318-4.html)
Im Rahmen eines Forschungsverbundes zur "Ärztlichen Praxis (17.-19. Jahrhundert)" mit Partnern in Berlin, Ingolstadt, Stuttgart und Würzburg (Sprecher Prof. Stolberg, stellvertretender Sprecher Prof. Martin Dinges), hat die DFG ein Projekt von Dr. Nolte zu den "Krankenbesuchsanstalten" in Würzburg und Göttingen im frühen 19. Jhdt. und ein Projekt von Prof. Stolberg zur Praxis des Dr. Magirus im 17. Jhdt. bewilligt.